Besitzerfolgen auf den Bauernhöfen in Geisecke und Lichtendorf

 

Für die Aufstellung der Besitzerfolgen wurden in der Hauptsache die Kirchenbücher der lutherischen Kirchengemeinde Schwerte als Quelle genutzt. Die Sterbebücher und Traubücher beginnen 1585 und die Taufbücher 1604. In den Wirren des 30jährigen Krieges wurden die Bücher nur unvollständig geführt, so wurden für die Jahre von 1621 bis 1625 keine Beerdigungen verzeichnet, Heiraten und Taufen, bis auf wenige Ausnahmen, von 1621 bis 1643 nicht. Durch diese fehlenden Einträge ist die Abstammung für diesen Zeitraum nicht immer sicher nachweisbar, auch muss davon ausgegangen werden das die eine oder andere Person gar nicht erwähnt wird.

 

Die älteste Quelle zu den Höfen ist das Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486, hier werden alle Höfe von Geisecke, Lichtendorf und Overberge unter Geisecke aufgeführt, der Grund ist nicht bekannt. Hoff to Hohnswert [Hohenschwert], Rassche [Rasche in Overberge?], Schult [Schulte-Geisecke?], Rutenborn [Hof Rutenborn in Geisecke], Haen [Hahne, Kötter in Geisecke] und Wortmann sind Namen in diesem Schatzbuch die sich auch dreihundert Jahre später noch wiederfinden.

 

Für Ostberge sind drei Höfe aufgeführt, Rutger to Bergen, Hermann Reteken und Ailbert Haen. Hier liegt es nahe das es sich um die Höfe Schulte zum Berge[1], Schulte Ostberge und Hahne handelt, die drei Höfe die auch später immer wieder für Ostberge genannt werden.

 

Zugrunde gelegt für die Auswahl der bearbeiteten Höfe wurden das Kataster von 1809 sowie das Urkataster von 1828. Weitere Quellen sind Einwohnerlisten, Steuerlisten, Listen von Hausvätern und für die jüngere Zeit mit
z. T. häufigen Pächterwechseln, Volkszählungen und Adressbücher.

 

 

 

Die Namen der Höfe änderten sich zwischen dem Ende des 16. Jahrhunderts und der Mitte des 19. Jahrhunderts auch bei einem Besitzerwechsel nicht, die neuen Besitzer nahmen den Namen des Hofes an. Erst nach Ablösung der den Höfen anhaftenden Lasten gingen sie in das Eigentum der ablösenden Bauern über. Bei nachfolgenden Verkäufen oder Einheiraten ging dann der Name des neuen Besitzers auf den Hof über.

 

 

 

Im 16. Jahrhundert dagegen hat es einige Namenswechsel gegeben, von den 1486 für Geisecke, Lichtendorf, Overberge und Ostberge aufgeführten 18 Namen kommen um 1600 nur noch sieben vor. Die Anzahl der Höfe erhöht  sich, wahrscheinlich durch Teilungen, von 17 auf 23. Die könnte z. B. bei Große-Naust / Kleine-Naust, Hohenschwert / Bockmühl, Spaemann / Kühl oder Haus Rutenborn  / Hof Rutenborn / Gockel der Fall gewesen sein.

 

 

 

Die Höfe:

 

Geisecke:

 

1. Rutenborn, Wiedey

 

2. Gockel, Westermann

 

3. Kranefeld, Mätte

 

4. Spieckmann, Berge

 

5. Spaemann, Schulte-Göppe

 

6. Schulte-Geisecke, Spaemann

 

7. Kühl

 

8. Exsternbrink

 

 

Lichtendorf:

 

9. Dieckerhoff

 

10. König, Greve, Bahne

 

11. Kleine Naust

 

12. Große Naust

 

13. Michael, Dieckerhoff

 

14. Hohenschwert

 

15. Bockmühl

 

16 . Wortmann, Köther

 

17.  Ahlbeck, Wortmann, Nüfer

 

 

Overberge:

 

18. Kötter, Dettmer, Prause

 

19. Linning, Niederschulte

 

20. Rasche, Schilling, Peetz, Sagemüller

 

21. Gockel, Nebe

 

 

Ostberge:

 

22. Schulte-Ostberge, Vogt, Comberg

 

23. Hahne, Rehfeuter, Berge

 

Für Hinweise und Ergänzungen zu Besitzerwechsel und Verkäufen, besonders in der der jüngeren Vergangenheit würde ich mich sehr freuen.



[1] Der Bergerhof, heute Dortmund-Holzen, gehörte bis 1809 zu Lichtendorf (Ostberge). Er leistete noch 1808 einen Beitrag zum Bau des Schulhauses in Geisecke.

 

Besitzerfolgen auf den Höfen in Geisecke und Lichtendorf
Besitzerfolgen auf den Höfen in Geisecke
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