Der Schulbezirk Geisecke-Lichtendorf

Der Schulbezirk Geisecke-Lichtendorf bestand 150 Jahre von 1802 bis 1953, er geht auf die Initiative des Schwerter Predigers Bährens und der Vorsteher Hohenschwert und Gockel zurück.

Ohne den massiven Druck der Regierung der preußischen Provinz Kleve-Mark in Emmerich und später der Präfektur des Ruhrdepartements des Großherzogtums Berg in Dortmund wäre es aber wohl nie zu einer Einigung zwischen den Gemeinden gekommen.

Zusammenfassung einiger Daten aus der Geschichte:

1652         Am 28.Februar stirbt "Henrich, Sohn des Johan Balsen

[Balthasar] Schotten, Schulmeisters zu Geisecke in Gocklen Spiecker. [Johan Schotten ist damit der erste namentlich erwähnte Lehrer in Geisecke.] 

 

1685         26. März. Mit "Edelhart Trost, Schulmeister zu Överberge",

stirbt der erste namentlich erwähnte Lehrer in Lichtendorf.

 

1756         Am 29. Juni stirbt mit Johan Heinrich Kühl, ein weiterer

Schulmeister zu Geisecke.

 

 1810/11   Die erste Schule wird in Geisecke am Brauck erbaut.

 

1848         Eine neue Schule, diesmal etwa in der Mitte der Gemeinden, wird am heutigen Buschkampweg, Ecke Gustav-Heinemann-Straße, gebaut. Die Schule am Brauck wird verkauft.

1883         Nachdem auch diese Schule zu klein ist, wird auf dem Eichholz eine zweite Schule im Schulbezirk gebaut.

1893         Durch den Zuzug der vielen Bergleute in Lichtendorf hat die Anzahl katholischer Einwohner stark zugenommen. So wird in diesem Jahr in Overberge mit der Feldschule die erste katholische Schule im Amt Westhofen und die dritte Schule im Schulbezirk Geisecke-Lichtendorf eingeweiht.

1905         Am 3. April wird in Lichtendorf die Schule zum Heilig-Geist eingeweiht. In dem Gebäude sind die dritte evangelische und die zweite katholische Schule untergebracht.
Der Schulbezirk verfügt jetzt über fünf einklassige Schulen.

1928         Durch die Zechenschließungen [Margarete und Freibank] ist die Einwohnerzahl in Lichtendorf wieder gesunken. Die evangelische Schule zum Heilig-Geist wird geschlossen.

1929         In Geisecke war durch den Bau der Eisenbahnersiedlungen die Schule zu klein geworden. Oberhalb der alten Schule wird die neue Schule eingeweiht. Hier werden die ersten vier Jahrgänge der evangelischen Schule und die katholischen Schüler unterrichtet. Die katholische Feldschule [Pingelschule] in Overberge wird geschlossen. Die Oberstufe der evangelischen Schule bleiben in dem alten Gebäude. Die evangelische Schule in Geisecke ist die erste zweiklassige Schule im Schulbezirk.

1939         Die Schule in Geisecke von 1929 wird um zwei Klassenräume erweitert. Alle Schulen im Schulbezirk werden Gemeinschaftsschulen. Die Eichholzschule wird geschlossen und die Gemeinschaftsschule in Lichtendorf wird zweiklassig. In Geisecke wird die Schule von 1848 geschlossen und die neue Gemeinschaftsschule wird die erste dreiklassige Schule im Schulbezirk.

1952         Im Schulbezirk kommt es zu einem erbitterten Streit um die zweite Schulleiterstelle. Die Lichtendorfer Katholiken wollen das die zweite Schulleiterstelle, traditionell ein Lichtendorfer Lehrer, von einem katholischen Lehrer besetzt wird. Der Streit führt zu einem Elternentscheid und zur Wiedereinführung von Konfessionsschulen in Lichtendorf.

1953         Der Schulbezirk wird nach 150 Jahren aufgelöst. In Lichtendorf gibt ab dem neuen Schuljahr wieder zwei einklassige Schulen, einer Evangelischen und eine Katholischen. In Geisecke bleibt es bei der dreiklassigen Gemeinschaftsschule.

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