Von den Anfängen des Schulbezirks Geisecke-Lichtendorf

Die älteste Auskunft über einen Schulbetrieb in Geisecke ist in einem Votum der Eingesessenen von Geisecke aus dem Jahre 1841 zu finden:

[…] und führen bloß an das der im Jahr 1792 verstorbene Friedrich Backs, geborener Kötter im Berge, 31 Jahre lang auf seinem Kotten [am Brauck] unterrichtet hat. Bei diesem, wie bei vielen seiner Vorgänger, fand nach herrschendem Zeitgeist, noch keine Bestätigung durch die Justizbehörde statt, die Lehrer wurden von der Gemeinde berufen und besoldet. Nach 1792 bis zum Jahre 1807 wurde auf dem Kotten des Hahnen unterrichtet [ungefähr an der Stelle, wo heute das Antoniushaus steht, der Kotten war gleichzeitig ein Wirtshaus] […]

Nach der Schulerhebung durch den Hagener Prediger Johann Friedrich Dahlenkamp von 1798 unterrichtete hier seit über einem Jahr Friedrich Wilhelm Lohoff etwa 40 Kinder.

Nach anderen Quellen ist ein geregelter Unterricht keineswegs sicher gestellt, danach ist mal in Geisecke mal in Lichtendorf ein Lehrer, oder auch mal in keiner Gemeinde einer.

1799 scheitert ein Versuch Geisecke und Lichtendorf zu einem Schulbezirk zu vereinen an dem Widerstand einiger Geisecker Eingesessenen, da Geisecke bereits eine Schule habe. Daraufhin wenden sich die Vorsteher Hohenschwert und Gockel mit einem Brief an den Landrat in Hamm um Unterstützung.

Die Regierung der preußischen Provinz Kleve-Mark in Emmerich gibt jetzt Order, an die Kriegs- und Domänenkammer für die Grafschaft Mark in Hamm, die Vereinigung der beiden Gemeinden zu einem Schulbezirk durchzusetzen.

Es setzt eine jahrelange Streiterei zwischen allen Beteiligten ein. Es geht um den Standort der Schule um die Kosten und überhaupt die Notwendigkeit, die Ostberger Kolonen Schulte Ostberge und Hahne, sowie der Schulte zum Berge [der Bergerhof in Schwerte, Bergerhofstraße; er gehörte bis 1809 nach Lichtendorf] verweigern eine Kostenbeteiligung ganz.

Im Jahre 1805 wird die Vereinigung von Amts wegen durchgesetzt mit Berufung auf die Verhandlungen in 1802. Der 17. März 1802 wird in späteren Gutachten als Gründungsdatum des Schulbezirks Geisecke-Lichtendorf angenommen. Nach dieser Verhandlung bleibt das Schulhaus in Geisecke.

In der Zeit von 1798 bis 1905 ist bei Hohenschwert der Privatlehrer Balz von Afferde tätig, der auch die Kinder der Nachbarschaft mit unterrichtet.

Nachdem sich in den Jahren bis 1805 in den Gemeinden nicht getan hat, macht nun die Regierung massiv Druck.

Der Streit über die Kosten und auch über den anzustellenden Lehrer nimmt wieder zu. In Geisecke ist zu dieser Zeit noch [oder wieder?] der Lehrer Lohoff tätig.

1806. Da sowohl Balz auch Lohoff keine Lehrerausbildung wird von der Regierung eine Prüfung verlangt. Balz lehnt die Prüfung ab und verzichtet, Lohoff fällt, trotz einer Reihe guter Zeugnisse, in trunkenen Zustand mit Pauken und Trompeten durch. Somit muss ein neuer Lehrer gefunden werden, wobei die Lichtendorfer weiter an den Lehrer Balz festhalten.

Ein Gutachten vom 10. März 1806 des Landesbaumeisters Pistor ergibt, dass ein völlig neues Schulgebäude in Geisecke errichtet werden muss.

Am 20. August 1806 wird der Neubau der Schule für 649 Taler Berliner Courant an den Geisecker Ökonom und Vorsteher Christian Gockel vergeben.

1807. Der Vorsteher bittet wegen der schweren Zeiten [Napoleonische Kriege] um einen Aufschub des Neubaus, der auch gewährt wird.

Im Juni 1807 einigt man sich auf den Lehrer Schröder aus Essen, welcher in Augenscheinname der Umstände in Geisecke den Dienst erst gar nicht antritt.

Nach langen, zähen Suchen und Verhandeln wird im September 1808 der Lehrer Dickmann aus Ickern als Schulmeister für Geisecke-Lichtendorf angestellt. Er bleibt es über 30 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung. Die Umstände in den ersten Jahren sind für ihn katastrophal, seine Eingaben und Beschwerden berichten hierüber.

Nach dem der Geisecker Vorsteher Gockel den Auftrag zum Bau der Schule zurückgegeben hat, wird 1810 endlich mit dem Bau der Schule begonnen. Der Schwerter Unternehmer Althoff hat den Bau der Schule für 630 Reichstaler übernommen.

Im Frühjahr 1811 kann die Schule endlich bezogen werden.

Im Februar 1811 besuchen 49 Kinder aus Geisecke und Lichtendorf die Schule.

In den Überlieferungen der nächsten Jahre geht es hauptsächlich um Klagen des Lehrers Dieckmann und um die Bemühungen des Schulte zum Berge. Dieser ist, nachdem die Ostberger Kolonen seit einigen Jahren von den Umlagen zu den Kosten der Schule befreit sind, nun ebenfalls nicht mehr gewillt sich an den Kosten dieser Schule, die für ihn ohne jeden Nutzen ist, zu beteiligen.

Die Vorgänge aus den Jahren von 1799 bis 1816 sind, in den Archivalien im Stadtarchiv Schwerte und im Landesarchiv Münster, sehr gut überliefert. Diese Akten sind in der PDF-Datei vollständig wiedergegeben.

Aus den Jahren zwischen 1816 und1837 sind keine Akten überliedert.

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Die Quellenstücke bis 1816
Die Schulgeschichte bis 1816.pdf
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