Die Geschichte der Brandwehr Geisecke-Lichtendorf

Die Anfänge einer organisierten Brandbekämpfung in Lichtendorf und Geisecke lassen sich auf den Beginn des 19. Jahrhunderts datieren. Als 1799 in Overberge Wortmanns Hof abbrannte, war man noch auf Eigen- und Nachbarschaftshilfe angewiesen, die nächste Spritze stand in Schwerte.

 

Eine Rechnung aus 1826 über 45 Reichstaler 15 Silbergroschen, des Dortmunder Spritzenmeisters Wenker, für die Reparatur einer Feuerspritze bezieht sich auf das Jahr 1814. Der inzwischen verstorbene Gemeinderat Hohenschwert hatte in diesem Jahr die Feuerspritze von Lichtendorf und Geisecke in Dortmund reparieren lassen. Durch die Kriegswirren 1813/14 war die Rechnung von dem Wenker vergessen worden.

 

Zwischen 1800 und 1814 muss also eine Feuerspritze angeschafft worden sein, womit eine von den Gemeinden geregelte Brandbekämpfung in dieser Zeit seinen Anfang hatte. Das Spritzenhaus stand bei Hohenschwert. In dem Deklarationsbuch von 1809 findet sich allerdings (noch) kein Hinweis auf das Spritzenhaus.

 

Erster Spritzenmeister war Strathoff von Overberge, er erhielt ein Jahresgehalt von 5 Reichstaler Berliner Courant für Pflege und Wartung der Feuerspritze und der dazu gehörenden Feuereimer.

 

1829 wird die nächste Reparatur fällig, die auch wieder von dem Dortmunder Kupferschläger Wenker zum Preis von 49 Reichstaler 20 Silbergroschen ausgeführt wird.

 

Zum 1. Januar 1838 wird der Kötter Strathoff durch Zimmermann Friedrich Hosang, als neuer Spritzenmeister für die gemeinschaftliche Feuerspritze, abgelöst.

 

1849 wird von dem Hörder Stellmacher Krullmann zum Preis von 59 Reichstaler 29 Silbergroschen und 4 Pfennige ein neuer Spritzenwagen angefertigt. Es bleibt unklar, ob es sich hierbei um eine komplette Spritze, oder um ein neues Fahrgestell handelt.

 

In einer gemeinsamen Gemeindeversammlung am 15. 02. 1858 wird beschlossen ein neues Spritzenhaus, in der Nähe der Geisecker Schule, mehr in der Mitte der beiden Gemeinden, zu bauen.

 

Das Spritzenhaus wird 1862 auf dem Grund und Boden des Kötters Friedrich Bährensmann erbaut, dieser wird zum 1. Januar 1865 auch neuer Spritzenmeister.

 

1875 wird zum ersten Mal darüber diskutiert, den gemeinsamen Besitz der Feuerspritze aufzukündigen und in beiden Gemeinden eine Spritze aufzustellen. Nach langen Verhandlungen bleibt es bei der gemeinsamen Feuerspritze.

 

Die Gemeinde Geisecke schafft sich jedoch auf eigene Kosten eine eigene kleine Spritze anzuschaffen und baut hierfür bei Spaemann, im Jahre 1887, ein kleines Spritzenhaus.

 

Im Jahr 1889 kommt es erneut zu Diskussion über eine zweite Spritze, die in Lichtendorf aufgestellt werden soll. Eine Pflichtfeuerwehr wird wegen der „geringen Seelenzahl“ abgelehnt.

 

Auf höhere Anordnung werden 1890 zum ersten Mal feste Bedienmannschaften von 20 Mann, für die Feuerspritze, aufgestellt.

 

Auf einer gemeinschaftlichen Sitzung der Gemeinderäte, im August 1897, wird beschlossen auf gemeinsame Kosten eine „Saugspritze“ anzuschaffen, und das Spritzenhaus bei Bährensmann wieder instand zu setzen.

 

Nach dem Brand bei Rutenborn im November 1898 wird Kritik an der Ausrüstung laut.

 

Im Mai 1899 wird die neue Spritze von der Firma August Höing in Köln zum Preis von 1168,00 Mark und 50 Pfennig geliefert.

 

Im Juli 1902 werden, auf Anordnung des Amtmannes, von den beiden Gemeinderäten je drei Mann als stellvertretende Feuerlöschdirigenten vorgeschlagen. In Lichtendorf waren dies der Handelsmann Heinrich Kleff, der Bergmann Heinrich Schäfer und der Wirt Karl Hauske. In Geisecke der Schreinermeister Heinrich Hosang, der Stellmacher Louis Fund und der Schmiedemeister Julius Stricker.

 

Auf einer gemeinschaftlichen Gemeindeversammlung im August 1907 wird beschlossen auf dem Eichholz eine weitere Spritze aufzustellen und dafür ein, von der Gemeinde finanziertes, Spritzenhaus zu erbauen.

 

Am 9. Dezember 1907 beschließt der Gemeinderat Lichtendorf, das Spritzenhaus auf dem Grund des Wirtes Hauske zu erbauen.

 

Im Juni 1908 wird von Höing und Pflug in Köln eine Druck- und Saugspritze No 40 A mit einer Wagenschere für ein Pferd und doppelter Radbremse zum Preis von 930.- Mark geliefert, und am 21. September wird das Spritzenhaus übergeben, gebaut von dem Schwerter Unternehmer Kohl für 796,- Mark.

 

Die Brandwehr im Feuerlöschbezirk Geisecke-Lichtendorf verfügt jetzt über drei Spritzen, zwei fahrbare, eine auf dem Eichholz und eine in der Mitte der Gemeinden bei Bährensmann und über eine Handspritze in Geisecke. Eine eigene freiwillige Feuerwehr für Lichtendorf wird nicht gegründet.

 

Die gemeinsame Brandwehr im Löschbezirk Geisecke-Lichtendorf besteht seit über 100 Jahren, als sie 1914 in eine freiwillige Feuerwehr umgewandelt wird.

 

Schwerter Zeitung von Mittwoch den 7. Oktober 1914:

„Geisecke 6. Oktober (Freiwillige Feuerwehr). Die bisherige Brandwehr Geisecke-Lichtendorf ist auf ihren Antrag mit Genehmigung des Königlichen Landrats in eine freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Zum Brandmeister der Wehr wurde gewählt der Zimmermeister Wilhelm Hosang in Lichtendorf und zu dessen Stellvertreter der Schuhmachermeister Friedrich Naust in Geisecke.“

 

Diese gemeinsame freiwillige Feuerwehr Lichtendorf-Geisecke hatte Bestand bis 1923.

Auszug aus dem Protokollbuch über die Auflösung dieser Wehr:

„Geisecke, den 31. März 1923.

Generalversammlung der freiwilligen Feuerwehr Geisecke-Lichtendorf

   Die heute ordnungsmäßig anberaumte Versammlung beschloss mit Stimmenmehrheit laut mangelhafter Zustände betreffs Ausrüstung und Beteiligung, die Wehr aufzulösen.

   Der noch vorhandene Kassenbestand vom Mark 1410,43 wird der Gemeinde zur Beihilfe zur besseren Ausrüstung überlassen. Den Gemeindevorstehern wird zur Ablieferung der Ausrüstungs-gegenstände eine Aufzeichnung der betreffenden Mitglieder, die solche in Besitz haben zugehen.

Der I. Vorsitzende: Carl Hosang

Der I. Schriftführer: Spaemann“

 

Im März des Jahres 1924 scheiterte ein Versuch diese Wehr wieder aufleben zu lassen, es wurde beschlossen, die bisherigen gemeinsamen Spritzen und Gerätschaften aufzuteilen. In Lichtendorf kommt es am 2.Februar 1925 zur Gründung einer eigenen freiwilligen Feuerwehr.

 

In Geisecke wurde für zwei Jahre wieder eine Brandwehr (Pflichtwehr) eingerichtet.

 

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Geisecke erfolgte am 6. Mai 1926, in einer Versammlung bei dem Gastwirt Schulte-Höppe beschlossen die anwesenden 17 Mitglieder der Brandwehr, die Umwandlung der Pflichtwehr in eine freiwillige Feuerwehr.

 

1930/31 wurde im Dorf Geisecke das neue Spritzenhaus gebaut.

Die PDF-Datei enthält die überlieferten Akten des Amtes Westhofen über die gemeinsame Brandwehr Lichtendorf-Geisecke aus dem 19. Jahrhundert.

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Quellenstücke zur Geschichte der Feuerwehr bis 1900
Brandwehr_1818-1900.pdf
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Feuerwehrgeschichte von 1901-1928
Brandwehr_ 1901-1928.pdf
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Die Satzungen der Freiwilligen Feuerwehr Lichtendorf-Geisecke von 1914
Die Satzungen der Freiw. Feuerw. von 191
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